Samstag, 16. März 2019

Raabe-Bühne – vier Jahre deutsch-afghanische Freundschaft


Der Heimat- und Kulturverein sowie die Raabe-Bühne Eschershausen begleiten nun seit vier Jahren junge afghanische Männer. 
Im November 2015 kamen die Flüchtlinge von Kabul nach Eschershausen, ohne Familie, Freunde und Deutschkenntnisse. Trotzdem hatten sie sich schnell eingelebt, haben die von ehrenamtlichen Helfern angebotenen Deutschstunden besucht. Eine gute Grundlage denn so knüpften sie schnell Kontakt zur Laienspielgruppe und zum Heimatverein. Aus Fremden wurden Freunde.
Die Laienspieler sind überzeugt, dass neben notwendigen praktischen Alltagshilfen die menschliche Zuwendung und Freundschaft das Wertvollste sind, das man unabhängig von Herkunft und Kultur schenken kann.
Ingrid Reuther, Kurt Seitz
Selfie im Klubzimmer des Museum Raabe-Haus,
Eschershausen, März 2019. Ausriss aus dem TAH.

Ende.

Donnerstag, 14. März 2019

Umweltsünden 2019 und Raabe 1884

Raabe hatte stets den Menschen im Blickzentrum

- ebenso dessen Missverhältnis zur Genesis.

1. Mose 2: "...und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte."

Nur als Beispiel für eine Mühlenatmosphäre, die "Dempewolfsche" Mühle in Scharfoldendorf. 2019, ML.
Damit begann nämlich in jeglichem neuen Herbst seit einigen Jahren das Phänomen, daß die Fische in unserm Mühlwasser ihr Mißbehagen an der Veränderung ihrer Lebensbedingungen kundzugeben anfingen. Da sie aber nichts sagten, sondern nur einzeln oder in Haufen, die silberschuppigen Bäuche aufwärts gekehrt, auf der Oberfläche des Flüßchens stumm sich herabtreiben ließen, so waren die Menschen auch in dieser Beziehung auf ihre eigenen Bemerkungen angewiesen. ... Erfreulich war's nicht  anzusehen. Aus dem lebendigen, klaren Fluß, der wie der Inbegriff alles Frischen und Reinlichen durch meine Kinder- und ersten Jugendjahre rauschte und murmelte, war ein träge schleichendes, schleimiges, weißbläuliches Etwas geworden, das wahrhaftig niemand mehr als Bild des Lebens und des Reinen dienen konnte. Schleimige Fäden hingen um die von der Flut erreichbaren Stämme des Ufergebüsches und an den zu dem Wasserspiegel herabreichenden Zweigen der Weiden. Das Schilf war vor allem übel anzusehen, und selbst die Enten, die doch in dieser Beziehung vieles vertragen können, schienen um diese Jahreszeit immer meines Vaters Gefühle in betreff ihres beiderseitigen Hauptlebenselementes zu teilen. Sie standen angeekelt um ihn herum, blickten melancholisch von ihm auf das Mühlwasser und schienen leise gackelnd wie er zu seufzen: „Und es wird von Woche zu Woche schlimmer, und von Jahr zu Jahr natürlich auch!"


Als Mehlmühle einst gegründet von den
Homburgern 1129 - 1409. Foto 2019, ML.
Da rauschte milchigtrübe, schleimige Fäden absetzend, übelduftend der kleine Fluß unbeschäftigt weiter in den ersten Christtag. 
Christtäglich, weihnachtsfestlich war mir nicht zu Sinne, und in Spannung und fast in Angst sah ich auf meinen chemisch und mikroskopisch gelehrten Freund und Exmentor, der eben die schleimschlüpfrige Masse, die er aus dem Getriebe entnommen hatte, von der Hand abspülte. ...

„Wie ich es mir gedacht habe, was das interessante Geschlecht der Algen anbetrifft, meistens kieselschalige Diatomeen. Gattungen Melosira, Encyonema, Navicula und Pleurosigma. Hier auch eine Zygnemacee. Nicht wahr, Meister, die Namen allein genügen schon, um ein Mühlrad anzuhalten?"
„Das weiß der liebe Gott", ächzte mein Vater.
„Jawohl, groß ist sein Tiergarten", meinte ruhig Adam Asche. „Was die Pilze anbetrifft, so kann ich leider nicht umhin, Ihnen mitzuteilen, daß sie den Geruch, über den Sie sich beklagen, Vater Pfister, durch ihre Angehörigkeit zu den Saprophyten, auf deutsch: Fäulnisbewohnern, vollkommen rechtfertigen. Was wollen Sie denn eigentlich, alter Schoppenwirt? Ein ewig Kommen und ein ewig Gehen! Haben die Familien Schulze, Meier und so weiter den Verkehr in Pfisters Mühle eingestellt, so haben Sie dafür die Familien der Schizomyceten und Saprolegniaceen in fröhlichster Menge, sämtlich mit der löblichen Fähigkeit, statt Kaffee in Pfisters Mühle zu kochen, aus den in Pfisters Mühlwasser vorhandenen schwefelsauren Salzen in kürzester Frist den angenehmsten Schwefelwasserstoff zu brauen. Lauter alte gute Bekannte - Septothrix, Ascococcus Billrothii, Cladothrix Cohn und hier - "
Er richtete sich auf von seinem Instrument und seinen Vergrößerungsobjekten. Er fuhr mit beiden Händen durch die Haare. Er blickte von dem Vater auf den Sohn, legte lächelnd dem Vater Pfister die Hand auf die Schulter und sprach, was ihn selber anbetraf, vollkommen befriedigt und seiner Sache gewiß: „Beggiatoa alba!"
Von einem von uns ganz speziell für Sie erst neulich zu Ihrer Beruhigung in den Ausflüssen der Zuckerfabriken entdeckt, alter Freund. Was wollen Sie? Pilze wollen auch leben, und das Lebende hat Recht oder nimmt es sich. Dieses Geschöpfe ist nun mal mit seiner Existenz auf organische Substanzen in möglichst faulenden Flüssigkeiten angewiesen, und was hat es sich um Pfisters Mühle und Kruggerechtsame zu kümmern? 
...
Das Mühlrad linke Seite ist bereits seit langem verschwunden,
das Wehr wird von der Natur nach und nach zernagt. Foto 2019, ML.
Krickerode war rechtskräftig verurteilt worden. 
Das Erkenntnis untersagt der großen Provinzfabrik bei hundert Mark Strafe für jeden Kalendertag, das Mühlwasser von Pfisters Mühle durch ihre Abwässer zu verunreinigen und dadurch einen das Maß des Erträglichen übersteigenden übeln Geruch in der Turbinenstube und den sonstigen Hausräumen zu erzeugen, sowie das Mühlenwerk mit einer den Betrieb hindernden, schleimigen, schlingpflanzenartigen Masse in gewissen Monaten des Jahres zu überziehen. 
Das ist sehr gut für andere Flußanwohner, ob sie eine Mühle haben oder nicht; aber Vater Pfister macht wenig Gebrauch mehr von dem durch Doktor Riechei für ihn erfochtenen Sieg. Das hätte früher kommen müssen - an jenem Tage schon, an welchem er sich zum erstenmal fragte, wo eigentlich sein klarer Bach - der lustige, rauschende, fröhliche Nahrungsquell seiner Väter seit Jahrhunderten - geblieben sei und wer ihm so die Fische töte und die Gäste verjage. Zu lange hat zuerst der alte Mann das widerwärtige Rätsel selber sich lösen wollen. Zu sehr hat er sich ärgern müssen innerhalb und außerhalb seines sonst so lustigen Besitzes auf dieser Erde. Der Ärger über seine Nachbarschaft, seine Knappschaft und seine Gäste hat ihm das Herz abgefressen...
Pfisters Mühle, 1884
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Freitag, 8. März 2019

Otto E. aus E.

Neben Wilhelm Raabe stammt ein weiterer Schriftsteller aus Eschershausen.
Er fand ein kurze Würdigung in der Sonderbeilage des Täglichen Anzeigers Holzminden.

Ausriss aus dem TAH, 2019-Februar-28
Ende.

Dienstag, 26. Februar 2019

Radwanderer machen Stop im Museum

Ausriss aus dem TAH, 26. Februar 2019

Donnerstag, 21. Februar 2019

Städtischer Edelrost

Ein großes Angedenken

Wer sich einmal die kleine Mühe macht und das große Raabedenkmal am Schulzentrum besucht, erhält zum einen den hübschen Ausblick in die Brauhauskreuzung, und zum anderen einen Blick auf das überlebensgroße Kunstdenkmal (K. Sagebiel) und dessen grünliches Äußeres. 

Dieser Firnis (Schutzschicht) macht, bei genauer Betrachtung, einen recht fleckenhaften und schadhaften Eindruck. Es gibt zwar Restaurateure, die solche Patina pflegen können (z. B. Vera Fendel, Hannover, Haber&Brandner, Berlin), allgemein wird aber gesagt, dass solche Eisenflecken beim Guß durch die verwendeten eisernen Kernhalter entstehen können, die zwar normalerweise entfernt und mit Bronzeflicken überdeckt werden, aber Reste mögen erhalten bleiben und später als Rost zu sehen sein. Wichtig zu wissen ist, dass diese Patina auf einer Bronze automatisch entsteht und sich permanent verändert. Immerhin steht dieses Standbild seit 1931 ohne weiteren Oberflächenschutz an Ort und Stelle und wandelt sich dauernd, was man von unten aufblickend nicht wahrnehmen kann. 
Wie auch sonst bei Raabe, lohnt sich ein genauerer Blick in den Gegenstand.
 
Details des Raabedenkmals am Schulzentrum Eschershausen. 2018, ML
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Freitag, 8. Februar 2019

Raabeplakette 2019

Die Wilhelm-Raabeplakette der Stadt Eschershausen

Die Raabeplakette der Stadt
Eschershausen, 2019, ML.
als Ehrengabe angesiedelt zwischen der städtischen Ehrung und Ehrenbürgerwürde, ist in diesem Jahr zum sechsten Mal seit 2002 verliehen worden. Im Rahmen des Neujahrsempfanges der Stadt wurde Klaus-Günther Maischack damit ausgezeichnet. Vor vollem Haus würdigte Samtgemeindedirektor Wolfgang Anders und Bürgermeister Hermann Grupe damit das jahrzehntelange Wirken Maischacks für das Freibad Eschershausen. Unter seiner Leitung und unermüdlichen verantwortungsvollen Einsatz konnte der Freibadverein https://www.verein-freibad-eschershausen.de/ den Bürgern stets das Beste der Freibäder im Landkreis Holzminden zur Benutzung anbieten. Das geladene Publikum dankte stehend mit donnerndem Applaus dem Ehepaar Maischack.
Klaus-Günther Maischack, 2019, ML.
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Samstag, 2. Februar 2019

Raabe-Museum kramt in der Vergangenheit

Museumsleiterin Ingrid Reuther lädt zu einer neuen Ausstellung

Dem Raabe-Museum wurden vor einiger Zeit von privater Seite Akten mit dem Schriftverkehr aus den Jahren 1914/1942 der Geschäftsstelle des Braunschweigischen Amtsgerichts Eschershausen übergeben. Es handelt sich hier unter anderem um die Bestellung oder Beendigung einer Vormundschaft, überwiegend von Bürgern aus Scharfoldendorf. 

Konfirmationsurkunde 1912

Zu den ältesten Dokumenten gehören eine Konfirmationsurkunde aus dem Jahr 1913 von Heinrich Junge aus Eschershausen und das Dokument einer Vormundschaft von Rudolf Schläger, geboren am 1. August 1898 in Scharfoldendorf. Die Ausstellung präsentiert außerdem handschriftliche Briefe, Zeugnisse, Fotos und Urkunden von Bürgern aus Dielmissen, Scharfoldendorf und Eschershausen. 
Die Ausstellung beginnt am 10. Februar und kann zu den regulären Öffnungszeiten oder sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden.
Ende.

Dienstag, 29. Januar 2019

Treffen der Raabegesellschaft

Die Raabegesellschaft Eschershausen hat ihre nächste Zusammenkunft am 


1. Februar 2019 
um 16 Uhr 

geplant. 
Wie zumeist, ist der 1. Freitag des Monats vereinbart worden, sich im Museum Raabe-Haus, Raabestraße Nr. 5, zu treffen und über Vereinsangelegenheiten, Neuerungen zu Raabe und anderer Literatur und der Samtgemeinde zu reden.
Gäste sind gerne willkommen - falls die Tür bereits verschlossen wurde, bitte am Türklopfer nachhaltig Lärm machen, damit dies im hinteren Klubzimmer gehört werden kann.
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Mittwoch, 9. Januar 2019

Hans Huckebein


Während eines Besuchs beim Literaturhistoriker Heinrich Spiero, der später Wilhelm Raabes aktivster Biograph wird, erfährt der Schriftsteller, daß Wilhelm Busch gestorben ist.
Wilhelm Busch *15. April 1832, 9. Januar 1908.
Raabe hat den Niedersachsen nicht sehr geschätzt. Er nannte dessen Erfolge einmal ein ethisches Armutszeugnis unseres Volkes, da sie alle auf der Schadenfreude beruhen.
Aus: Kurt Hoffmeister
„Mit Dinte, Feder und Papier“
Seite 162, Braunschweig 1999.

Gleichwohl ob dieser moralinsaueren Einschätzung trifft es sich, dass Wilhelm Busch dem Rabenvogel ein wunderbar gedichtetes und zeichnerisches Denkmal setzte und Raabes Pseudonym "Jakob Corvinus" (der kleine Rabe) damit als Verbindung dienen darf:


Hans Huckebein – der Unglücksrabe

So sehr sein Ende mich bewegt,
Ich durft‘ es anders nicht vermelden, –
Er stirbt – denn tragisch angelegt
War der Charakter dieses Helden.
Gar manches ist vorherbestimmt;
Das Schicksal führt ihn in Bedrängnis;

Doch wie er sich dabei benimmt,
Ist seine Schuld und nicht Verhängnis.
Drum bleibt‘s dabei! - Denn die Moral
ist hier kein leeres Wortgeklingel –
Und lebte er auch noch einmal,
Er bliebe doch der alte Schlingel!

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