Montag, 7. Oktober 2019

20 Jahre Raabe Museum in Eschershausen

Frau Reuther informiert.
Ausriss TAH 5. Oktober 2019
Ende.

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Deutsche Bücherei Leipzig


Am 3. Oktober 1912 wurde das Gebäude für die Deutsche Bücherei in Leipzig eröffnet.
Hübsche Frontseite im Sonnenlicht
In Leipzig 1912 eröffnet. ML 2019.
Massige Anbauten geben sich bedeutungsvoll.
Wuchtig und doch feingliedrig. ML 2019.

Gegründet wurde Sie in der Buchstadt Leipzig bereits 1884 als Deutsches Buchgewerbe-Museum und trotz aller Verluste und Veränderungen gilt das Museum als das älteste und nach Umfang und Qualität seiner Bestände als eines der bedeutendsten Buchmuseen weltweit.
Damals wurde mit Stil gelesen:
Vergoldet und stilsicher.
Verheißungsvoller Eintritt. ML 2019.

Das außen angebrachte Motto:

Körper und Stimme
leiht die Schrift dem
stummen Gedanken.
Durch der
Jahrhunderte Strom
trägt ihn
das redende Blatt.

Freie Statt
für freies Wort.
Freier Forschung
sicherer Port.
Reiner Wahrheit
Schutz und Hort.

Konträr dazu wurde – zwei Jahre nach Kriegsausbruch – 1916 eine Militärzensurstelle für die Genehmigung und Kontrolle bei der Einfuhr von Büchern, Ansichtskarten und sonstigen Druckerzeugnisse in das Gebiet des Oberbefehlshabers der gesamten deutschen Streitkräfte im Osten (Ober Ost) eingerichtet.
Eingangsschild Lesesaal.
Stilvoll wurden keine Kosten gescheut. ML 2019.

Uhr und herrliche Einrahmung machen aus dem Türeingang ein Ganzes.
Selbst ein Lagereingang wurde geschmückt.
ML 2019.

Reliefarbeit.
Gold geht immer. ML 2019.

Wandschmuck in höchster Qualität.
Das korrespondierende Relief auf der anderen Türseite. ML 2019.


100 Jahre nach der Einweihung wurde 2012 ein neuer Erweiterungsbau eröffnet, der den Bildungsauftrag vorbildlich erfüllt.
Modern und zweckmäßig.
Der Erweiterungsbau als liegendes Buch gibt innen viel Platz.
In Summe hat die Bibo acht Lesesäle. ML2019

Verbindungstreppe Alt- Neubau.
Auch hier wurden keine Kosten gescheut.
Wer hier wohl putzen darf? ML2019.











→ Ein Besuch vor Ort mit seinen authentischen Objekten und der Möglichkeit für echtes Lernen und Erkennen ist höchst empfehlenswert.
Zur Einstimmung: www.dnb.de









Ende.

Mittwoch, 25. September 2019

Norbert Scheuer erhält den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2019

Der mit 30.000 Euro dotierte Wilhelm Raabe-Literaturpreis, gestiftet von der Stadt Braunschweig und Deutschlandfunk, geht an Norbert Scheuer für sein Buch „Winterbienen“ (erschienen 2019 im Verlag C.H.Beck).

Der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Ulrich Markurth, und Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue stimmten dem Vorschlag der Jury zu. 
Die Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises, die am 23. September tagte, setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel (Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Dr. Anja Hesse (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig), Katrin Hillgruber (freie Journalistin), Marie Schmidt (Süddeutsche Zeitung), Dr. Michael Schmitt (3sat), Prof. Dr. Renate Stauf (Germanistisches Institut TU Braunschweig), Dr. Hubert Winkels (Deutschlandfunk).

Die Begründung der Jury lautet: 
Alle Dinge dieser Welt sind einander ähnlich. Das Kleinste korrespondiert mit dem Größten, und noch im Kontrast steckt Verwandtschaft. Nikolaus von Kues ist einer der Philosophen, die diese Einsicht durch die Zeiten getragen haben. Bis heute und bis nach Kall in der Eifel, wo der Schriftsteller Norbert Scheuer lebt. Er hat seinen kleinen Eifelort in bisher acht Romanen zum Spiegel der Welt gemacht, und in jedem seiner Bücher das lokale Kleine zum Gegenstand höchster Aufmerksamkeit gesteigert. Damit hat er zugleich einen großen metaphorischen Raum geöffnet. In seinem Roman „Winterbienen“ leisten dies eben jene in unserer Gegenwart über alles geschätzten, ja geradezu verehrten Insekten, die zu Tausenden einen gemeinsamen Körper bilden.

Der Roman spielt in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, und mit den summenden Bienen auf den Wiesen an der Urft kontrastieren und korrespondieren die alliierten Jagdflugzeuge am westlichen Himmel. Egidius Arimond ist Epileptiker, der versucht, sich mit Medikamenten ruhig zu halten. Dabei ist es doch die kriegerische Außenwelt, die in konvulsivischen Zuckungen tobt. Ohne Aufhebens rettet er jüdische Mitmenschen vor dem Tod, mit Hilfe seiner Bienenvölker.

In „Winterbienen“ erreicht Norbert Scheuer eine äußerste Nähe von symbolischem Zeichen und konkreter Realität. In der Form des Tagebuchs findet er zu einer Kompaktheit der Darstellung und einer Gelassenheit der Schreibweise, die jedes Unheil in der Welt überführt in eine neue ästhetische Ordnung. Das macht ihn zu einem einzigartigen realistischen Erzähler unserer Zeit, zu einem poetisch-realistischen Erzähler auch in der Tradition Wilhelm Raabes.“ 

Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue, überreichen Norbert Scheuer den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2019 am 3. November im Rahmen eines Matinee-Festaktes im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters. Der Preisträger wird auch bei der Langen Nacht der Literatur am 2. November lesen, ebenfalls im Kleinen Haus des Staatstheaters. Karten für diese Veranstaltung sind an den Kassen des Staatstheaters erhältlich. 
Mit der Verleihung dieses Preises zeichnen die Stadt Braunschweig und Deutschlandfunk jährlich ein in deutscher Sprache verfasstes erzählerisches Werk aus. Mit der Auszeichnung soll exemplarisch das bis zum Zeitpunkt der Preisverleihung publizierte literarische Schaffen gewürdigt werden. Ein neues Buch des Preisträgers muss im laufenden Kalenderjahr der jeweils aktuellen Vergabe erschienen sein.   

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Rainald Goetz, Jochen Missfeldt, Ralf Rothmann, Wolf Haas, Katja Lange-Müller, Andreas Maier, Sibylle Lewitscharoff, Christian Kracht, Marion Poschmann, Thomas Hettche und Clemens J. Setz, Heinz Strunk, Petra Morsbach und Judith Schalansky.

Auszug aus der Rundmail der Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft
Abteilung Literatur und Musik, Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig Tel.: (0531) 70 189 317
 Standort des Raabe-Hauses: Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig

Ende.

Donnerstag, 19. September 2019

Fonts for Freedom.


Schriftarten verbotener Zeitungen werden zu Symbolen der Pressefreiheit.

Das Verbot von Verlagen und Zeitungen beschneidet die Meinungs- und Pressefreiheit als kostbares Gut der Demokratie. Allein im Jahr 2018 wurden weltweit hunderte Journalistinnen und Journalisten verhaftet. Ebenso viele Medienorganisationen und Zeitungen wurden zensiert oder geschlossen. Dieses Verhalten gegenüber der „vierten Gewalt“ wurde auch ins Internet übertragen, so z.B. durch tägliches punktuelles blockieren von Beiträgen. Praktisch wurden journalistische Menschen auch einfach dauerhaft mundtot gemacht, also ermordet. Genauso häufig werden bei kritischer Berichterstattung Verleumdungsklagen gestartet oder Gefängnisstrafen erlassen (auch lebenslänglich: Ahmed Altan) unter dem Vorwand von Drogenbesitz, Steuerhinterziehung, Anstachlung zum Hass, Terrorvorwürfe, Propaganda für Feinde oder gegen die Regierung, für „unwahre“ Behauptungen (ohne gerichtsfeste Gegenbeweise), Beamtenbeleidigung, usw. Auch werden „schwarze“ Namenslisten unliebsamer Journalisten in Umlauf gebracht, Familienangehörige verfolgt, Gewaltandrohung, Zeitungen durch Geldstrafen finanziell unter Druck gesetzt, Lizenzen verweigert, Druckereien verweigern den Druck, Verleger werden durch den Machthabern genehme Personen ausgetauscht, Gesetze zur Pressefreiheit werden beschnitten.
Stets ist das Ziel, die Medienlandschaft unter Kontrolle zu bringen.

Da mit geschlossenen oder verbotenen Zeitungen auch deren Macher und Mitarbeiter verschwinden, gibt es in der Regel auch keine Möglichkeit mehr, an die Hausschriftarten zu gelangen. Aus diesem Grund hat man diese Zeitungen gescannt, die jeweilige Typografie ihrer Schriftart (Font) detailgetreu rekonstruiert und dokumentiert – die Fonts for Freedom.
Es sind dies Zeitungen aus der Türkei, aus Tansania, Vietnam, Kambodscha, Aserbaidschan, Ungarn, Russland:
Özgür Gündem – kurdische Zeitung, gegründet 1992, 2016 geschlossen.
AZADLIQ – aserbaidschanische Zeitung, gegründet 1989, 2016 geschlossen.
tuoitré – Vietnam, gegründet 1970iger, Juli 2018 geschlossen, Oktober 2018 wiedereröffnet.
MAWIO – tansanische Zeitung, 2016 geschlossen.
The CAMBODIA DAILY – kambodschanische Zeitung, gegründet 1993, 2017 geschlossen.
Taraf – türkische Zeitung, gegründet 2007, 2016 geschlossen.
Magyar Nemzet – ungarische Tageszeitung, gegründet 1938, 2018 geschlossen.
NÉPSZABADSÁG – ungarische Tageszeitung, gegründet 1956, 2016 geschlossen.
Hoble KOЛЁCA (Novye Kolesa) – russische Wochenz., gegr. 1995, 2018 geschlossen.
Verbotene Zeitungen und deren Typografen - frei verfügbar.
Verbotene Zeitungen.
Damit diese Zeitungen nicht in Vergessenheit geraten, können Sie auf https://fonts-for-freedom.com/ diese Schriftarten kostenlos herunterladen und nutzen. So werden diese mit jeder Verwendung zu weltweiten Symbolen der Pressefreiheit.

Bei der Verleihung des Gutenberg-Preis 2019 für diese Aktion von Reporter-ohne-Grenzen hieß es:
Wenn das öffentliche Wort verboten wird, ist die Freiheit in Gefahr!

Ende.

Donnerstag, 12. September 2019

Die eingekürzte Liste für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2019

Die Shortlist für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2019,

der am Sonntag, 3. November, im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig verliehen wird, steht fest. Drei Autorinnen und vier Autoren sind mit ihren Werken nominiert:

Norbert Gstrein: Als ich jung war --- Carl Hanser Verlag, 2019
Judith Kuckart: Kein Sturm, nur Wetter --- DuMont Buchverlag, 2019
Terézia Mora: Auf dem Seil --- Luchterhand Literaturverlag, 2019
Norbert Scheuer: Winterbienen --- Verlag C.H.Beck, 2019
Saša Stanišić: Herkunft --- Luchterhand Literaturverlag, 2019
Jackie Thomae: Brüder --- Hanser Berlin, 2019
David Wagner: Der vergessliche Riese --- Rowohlt Verlag, 2019

Mit 30.000 Euro Preisgeld gehört der Wilhelm Raabe-Literaturpreis zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Der Preis wird von den Kooperationspartnern Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig vergeben. Jedes Jahr wird mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ein in deutscher Sprache verfasstes erzählerisches Werk gewürdigt. Alleiniges Vorschlagsrecht obliegt der Jury, die jedes Jahr neu berufen wird. 

Die Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises besteht aus neun Personen und setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel (Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Dr. Anja Hesse (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig), Katrin Hillgruber (freie Journalistin), Marie Schmidt (Süddeutsche Zeitung), Dr. Michael Schmitt (3sat), Prof. Dr. Renate Stauf (Germanistisches Institut, TU Braunschweig) und Dr. Hubert Winkels (Deutschlandfunk).   

Deutschlandfunk wird den Festakt und eine Lesung des Preisträgers mit anschließendem Gespräch am 30. November von 20.05 bis 22.00 Uhr senden. Auf dem Digitalkanal „Dlf Dokumente und Debatten“ ist der komplette Festakt am 3. November ab 11.00 Uhr sowie ein fünfstündiges Literaturprogramm am Vorabend ab 19.00 Uhr live zu hören.   

Weitere Informationen unter der Telefonnummer (05 31) 70 75 834.
Kopiert aus: Newsletter Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft
Abteilung Literatur und Musik, Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
Ende.

Dienstag, 10. September 2019

Raabes Geburtstagsstrauß 2019

Auch in diesem Jahr hat die Raabe-Gesellschaft Eschershausen dem Geburtstag des Schriftstellers am 8. September gewürdigt und ein helles, heiteres Blumenarrangement abgelegt.
Raabe Denkmal mit Blumenschmuck zur Füßen.
Wilhelm Raabe Denkmal. ML, 2019.
So geschmückt kann der Herbst kommen.
Ende.

Freitag, 6. September 2019

Freude durch das Schöne


Zu Raabes siebzigsten Geburtstag gab Rektor und Senat der Herzoglichen 
TECHNISCHEN HOCHSCHULE Carolo-Wilhelmina BRAUNSCHWEIG eine Grußadresse heraus, in welcher Technik und schöne Literatur als einander ergänzende Bausteine für den menschlichen Werdegang hervorgehoben werden. Der Text wurde maßgeblich formuliert vom Dozenten Richard Elster und überreicht am 8. September 1901 von Rektor Prof. Dr. Heinrich Beckurts, beides große Raabefreunde.

„…regt sich der Durst nach Schönheit und wahrer Lebensfreude, und wieder wendet sich das sehnsüchtige Gemüt dem Dichter zu, der berufen ist, den Sinn für die idealen Werte des Daseins zu wecken und das Lebensgefühl zu steigern und zu erhöhen.
Erhöhung des Lebensgefühles ist das Ziel, dem auch die Wissenschaft, insbesondere die technische zustrebt, aber sie vermag nur die Waffen für den äußeren Kampf des Lebens zu bieten; nur dem Dichter, dem Künstler ist es beschieden, durch den Zauber der Schönheit die tiefsten Kräfte unserer Seele: den Glauben an das Gute und die Liebe zum Leben zu entfesseln, und dadurch in uns selbst das geistige Rüstzeug gegen das Leid und die dunklen Mächte des Daseins zu schaffen, die uns hindern möchten, in einem Leben der Arbeit und Liebe das höchste Erdenziel zu erreichen: eine Persönlichkeit zu werden...“

Wilhelm Raabe Kalender, 1948
Gesellschaft der Freunde Wilhelm Raabes
Ernst-August Roloff, 2. Jahrgang
Verlag Deutsche Volksbücherei Goslar

ENDE

Montag, 26. August 2019

Termine: offenes Denkmal & 20 Jahre Museum


Tag des offenen Denkmals – 188. Geburtstag Wilhelm Raabe

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert seit 1993 den Tag des offenen Denkmals in ganz Deutschland. Er ist seit 26 Jahren eine eingetragene und geschützte Marke.
Gleichzeitig am 08. September feiert das Museum Raabe Haus in Eschershausen den 188. Geburtstag von Wilhelm Raabe.
Motto des Tages: Raabes Umwelt-Roman „Pfisters Mühle“ – eine Betrachtung zum 188. Geburtstag. Raabe gehört zu den ersten, der die negativen Auswirkungen des Industrialisierungsprozesses auf die Umwelt beschreibt. Für Kinder gibt es ein Suchspiel „Auf Rabenjagd“.
Das Museum Raabe Haus lädt zum diesjährigen Tag des Denkmals am Sonntag, 08. September bei freiem Eintritt von 14-bis 18 Uhr ein.

1999-2019 - 20 Jahre Raabe Museum – nach der Umgestaltung.

Nach der Umgestaltung des Museums, an der Prof. Gerd Biegel maßgeblichen Anteil hatte, soll dieses kleine Jubiläum am Samstag, 16. November 2019, in der Aula der Wilhelm Raabe Schule gefeiert werden.
Ingrid Reuther
-ENDE-

Donnerstag, 8. August 2019

The Odin Field

Vermutlich befindet sich die einzige englischsprachige Ausgabe von Wilhelm Raabes "Das Odfeld" in Eschershausen im Besitz von Raabe Liebhaber Lothar Kaese - hier beim Studieren des Werkes.
THE ODIN FIELD.
Im Studierzimmer. 2019, ML.


Die Übersetzung von Michael Ritterson wurde im Jahr 2001 vom renommierten Camden House Verlag herausgebracht.

Ebenso wie im deutschen Text beginnt das Werk mit Großvater Raabes Überlegung:


"Thus it has always been Germany's fate that its inhabitants, transported by their sense of valor, took part in every war; or that this land itself became the scene of bloody encounters; that when a dispute arose on the distant Orinoco it had to be resolved in Germany, or Canada conquered on our soil.
- Holzmindisches Wochenblatt, No. 45, November 10, 1787."


"So ist es also das Schicksal Deutschlands immer gewesen, daß seine Bewohner, durch das Gefühl ihrer Tapferkeit hingerissen, an allen Kriegen teilnahmen; oder daß es selbst der Schauplatz blutiger Auftritte war. Daß, wenn über die Grenzen am Oronoco Zwist entstand, er in Deutschland mußte ausgemacht, Canada auf unserm Boden erobert werden.
(Holzmindisches Wochenblatt, 45. Stück, den 10. November 1787)."


Damals war noch frisch in Erinnerung, dass der Braunschweigische Herzog seine Untertanen - gegen gutes Geld für den Staatshaushalt - einfach an die Kriegsparteien in Amerika verkaufte und auch sonst die Volksseele an den kriegerischen Auseinandersetzungen regen Anteil nahm, nehmen musste.
Die ununterbrochene 70-jährige Friedenszeit, auf die wir in Deutschland heute zurückblicken, gab es in den Jahrhunderten davor nicht - Schicksal?
Ende.

Donnerstag, 1. August 2019

Lange Nacht der Literatur - Braunschweig ist aktiv!


Liebes Literaturpublikum,

wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Vorverkauf für die „Lange Nacht der Literatur“ im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig heute, am 1. August, startet.

Die Lange Nacht der Literatur geht am 02.11.2019 in die zehnte Runde – auf Einladung des Raabe-Haus:Literaturzentrum und des Staatstheaters Braunschweig lesen auch in diesem Jahr, am Vorabend der Verleihung des Wilhelm Raabe-Literaturpreises 2019, wieder preisgekrönte Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus ihren aktuellen Büchern im Kleinen Haus. Parallel auf drei Bühnen kann das Publikum fünf Stunden lang die Höhepunkte der aktuellen deutschsprachigen Literatur erleben.

Freuen Sie sich auf weitere hochkarätige Autorenlesungen, eine Podiumsdiskussion und Schauspielerlesungen. Mit Liebesliedern, interpretiert von der Direktmusik des Staatstheaters Braunschweigs, findet die Lange Nacht der Literatur 2019 ihren musikalischen Ausklang.

Bereits zugesagt haben folgende Autorinnen und Autoren:
Nora Bossong – Kranichsteiner Literaturpreis 2019
Karen Duve – Düsseldorfer Literaturpreis 2019
Thomas Hettche – Joseph-Breitbach-Preis 2019
Ulrich Woelk – Alfred-Döblin-Preis 2019.

Die Moderatorinnen und Moderatoren sind:
Alexander Cammann – Die ZEIT
Thomas Geiger – Literarisches Colloquium Berlin
Katrin Hillgruber – Freie Literaturkritikerin und Kulturjournalistin
Marie Schmidt – Süddeutsche Zeitung
Michael Schmitt – 3sat
Cécile Schortmann – Journalistin und Moderatorin unter anderem „Kulturzeit“ bei 3sat
Hubert Winkels – Deutschlandfunk

EintrittReguläre Eintrittskarte: 19,50 € / erm. 12,00 €
Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen des Staatstheaters:
Kassenhalle Großes Haus
Dienstag bis Freitag 10:00 bis 19:30 Uhr
Samstag 10:00 bis 14:00 Uhr,
sowie am Samstag, den 02.11.2019 ab 18:00 Uhr an der Abendkasse des Kleinen Hauses.
Oder über den Online Ticketshop des Staatstheaters Braunschweig:
tickets.staatstheater-braunschweig.de/phoenix/webticket/eventlist

Weitere Informationen unter www.staatstheater-braunschweig.de/ oder www.braunschweig.de/literaturzentrum/ und Tel. 0531 70 189 317.

Die Lange Nacht der Literatur findet im Rahmen der Verleihung des Wilhelm Raabe-Literaturpreises statt und ist eine Kooperation von der Stadt Braunschweig, dem Staatstheater und Deutschlandfunk.

Die Lange Nacht der Literatur wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft
Abteilung Literatur und Musik, Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
Standort des Raabe-Hauses: Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.


-Ende-

Sonntag, 21. Juli 2019

Wer war Gustav Coenen? Vortrag 18.11.2019

Stadtarchivar Dr. Andreas Reuschel zu Gustav Coenens. 

Gustav Coenen wurde 1913 zum Bürgermeister von Eschershausen gewählt, das damals ca. 2000 Einwohner zählte. Er stand während des Ersten Weltkriegs an der Spitze der kleinen braunschweigischen Stadt, gab jedoch 1919 sein Amt auf. Bereits 1923 zog sich Coenen im Alter von nur 37 Jahren ins Privatleben zurück und geriet in den folgenden Jahrzehnten in Vergessenheit.

Im Rahmen eines Vortrages bei der Kreisvolkshochschule führt Reuschel durch dessen Lebensgeschichte sowie durch Bilder und Zeitungsausschnitte. So wird die Zeit um den Ersten Weltkrieg nicht nur in Eschershausen, sondern auch in Wyk auf Föhr wieder lebendig.           

Montag, 18. November 2019 19:00–22:00 Uhr

Haupt- und Realschule, Jahnstraße, 37632 Eschershausen

Anmelden:
https://www.kvhs-holzminden.de/programm/gesellschaft.html/kurs/552-C-2030707/t/wer-war-gustav-coenen

Nachtrag 19. November: 
Wie Dr. Reuschel mitteilte, sind noch kleinere Recherchen am laufen, die das Bild vervollständigen werden. Danach wird er eine Niederschrift veröffentlichen. 
Daher entsteht hier keine Kurzfassung.
- ENDE-

Donnerstag, 11. Juli 2019

Insektensterben 2019 und Raabe 1902

Raabe hatte stets den Menschen im Blickzentrum

- auch den Menschen unserer Zeit, oder?


Ja sehen Sie, Herr Geheimrat (auch die Parkwächter kannten den berühmten Mann), was Sie da suchen, finden Sie, abgesehen von der späten Jahreszeit, jetzt immer hier nicht mehr vor. Ungeziefer gibt es nicht mehr bei uns. Die Zeit, wo man damit seine Last hatte, ist vorbei.“
Wieso denn?“
Ja, da sind die jetzigen städtischen Verhältnisse dran schuld, Herr Geheimrat. Und zu jeder Jahreszeit, nicht bloß weil es jetzt in den Herbst geht und ihre Flug- und Brütezeit hin ist. Das ist jetzt so bei uns hier mit die Vogels wie mit die Buttervögels, das Raupenzeug, die Käfers und was sonst so, vorzüglich im Frühjahr und um die Blüte, hier in meine Herrschaft in die Büsche und Blumerei nach des Herrgotts Willen sich zusammentun, aus dem Ei und Kokon kommen, krauchen, fressen und 'rumflurren und sonst sein Wesen und Unwesen haben sollte. Sie können so manches nicht mehr vertragen, was der heutige Mensche doch immer mehr zu seinem täglichen und nächtlichen Wohlsein nötig hat.“
Sie meinen?“
Ganz gewiß! Was wir nicht riechen, das riechen sie und gehen davon ein oder anderwärts hin. Selbst in den höchsten Lüften ist das so geworden über der Stadt. Bin auch ein alter Mann, Herr Geheimrat, und brauche nur aus älterer Zeit an unsere hiesigen Dohlen zu denken. Die des Abends um die Kirchtürme und nachher auf die Dächer aufgereiht wie nach der Schnur! Wo sind sie geblieben? Mit Respekt zu sagen, Herr Geheimrat, wir riechen ihnen nicht mehr gut genug, und des Nachts nehmen wir ihnen den Schlaf und die nächtliche Ruhe mit dem Gas und dem elektrischen Licht und allen anderen Erfindungen in dieser Bransche bis an den hellen Morgen. Daß es bei uns in der Nacht nicht mehr Nacht und Schlafenszeit wird, das hat sie von den Hausdächem und Türmen vertrieben, wie der Geruch die Käfers und Raupen und Buttervögels hier aus dem Buschwerk und sonstiger unserer Kunstgärtnerei. Da draußen jenseits der Vorstädte möchten sie sich ja wohl noch halten; aber da kommen denn wieder die Fabriken mit ihren Schornsteinen und Gequalme und verekeln ihnen ihre Daseinslust, und es wird wohl auch nichts mehr für sie sein. Ich komme wenig dort hinaus und kann's also nicht sagen.“
Dämmerung im Lennetal Richtung Wickensen geblickt.
"Götterdämmerung" im Lennetal. 2018, ML
Er hatte auf mancher Schulbank gesessen, bis er es zu seiner jetzigen Stellung in seiner wissenschaftlichen Welt und zu seinem Titel Geheimrat gebracht hatte: selten war er so mit der Überzeugung, daß der Professor auf dem Katheder recht habe, nach Hause gegangen.
Er ging nach Hause, Professor Dr. med. Geheimrat Feyerabend, und kam unterwegs in seinen Gedanken auf die der Merkwürdigkeit wegen übriggelassenen fünfzig Stück Präriebüffel, auf das neue afrikanische Kolonial-Jagdgesetz, betreffend „Löwen-Schonzeit“, und auf das ihm gleichfalls als „etwas Neues aus Afrika“ bekanntgewordene Handbuch über rationelle Straußenzucht. Damit zuletzt zu der Überzeugung, daß, wenn das so weitergehe, der Mensch sich zu Ende des zwanzigsten Jahrhunderts unzweifelhaft recht praktisch und verständig mit dem fünften Schöpfungstage und unseres Herrgotts großem Tiergarten auseinandergesetzt haben, aber eine Kinder-Naturgeschichte mit den dazu gehörigen Abbildungen aus dem Anfang des neunzehnten Säkulums ein bibliographischer Schatz sein werde.
Daß das biblische Wort: „Füllet die Erde und machet sie euch Untertan und herrschet über Fische im Meer und Vögel unter dem Himmel und über alles Tier, das auf Erden kreucht“ – ihm die Lust, das Spazierengehn wieder zu erlernen, merklich erhöht habe, konnte er nicht sagen und seine Umgebung zu Hause auch nicht.
Altershausen,  1898 - 1902
-ENDE-

Freitag, 28. Juni 2019

Jahrgangsabschluss im Wilhelm-Raabe-Schulzentrum mit Buchpreisen


Haupt- und Realschule Eschershausen entlässt 39 Pennäler


In der Raabestadt Eschershausen werden in jedem Jahre Buchpreise von Herrn Marahrens von der Raabegesellschaft für die besten Aufsätze überreicht. 
„Auch wenn Wilhelm Raabe mit 21 Jahren seine Ausbildung abgebrochen hat“, blickt Marahrens auf die fehlende Vorbildfunktion des in der Raabestadt geborenen Schriftsteller. 

Herr Marahrens und die Buchpreisempfänger
Von links: Marahrens, Görlach, Meistrell in der Schulaula.
In diesem Jahr dürfen sich Marius Meistrell (10 HS) und Lena Görlach (10 RS) über die Auszeichnung freuen.

Ausriss aus Weser-Ith-News vom 28. Juni 2019
Hier der vollständige Artikel.


Ende.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Prof. Biegel Vorträge abgesagt; Museumsleiterin Reuther krank - Museum geschlossen.

Herr Prof. Gerd Biegel hat heute (26. Juno 2019) aus gesundheitlichen Gründen bis auf Weiteres alle Vorträge in Eschershausen abgesagt. Von Seiten der Ärzte ist ihm bis zur Abklärung der Ursache eines akuten Schwächeanfalls jegliche Anstrengung untersagt worden. 
Auch wenn wir es alle sehr bedauern, Herrn Prof. Biegel nicht im Raabe Museum vortragen zu hören, so sind wir doch froh, dass „nichts Schlimmeres“ geschehen ist und er ärztlich gut versorgt wird. 


Letzte Woche wurde eine ernste Erkrankung bei Museumsleiterin Frau Ingrid Reuther vermeldet. Weitere Kenntnis ist nicht vorhanden und selbstverständlich wird dies respektiert.
Daher ist zur Zeit unser - zumindest bei den Liebhabern geschätztes - Stadt Eschershausen Literaturmuseum nicht geöffnet.


Wir wünschen beiden alles Gute und dass die Ursachen bald gefunden sind und behoben werden können!


Ende.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Auch die Holzmindener Raabegesellschaft ist aktiv - hier eine Ankündigung aus dem TAH.
Gottfried Keller - Referat in der Raabegesellschaft Holzminden
Ausriss TAH 17.Juni. 2019.
-.-

Nationaler Kulturort oder Abstellkammer - Vorträge von Prof. Biegel

Der Artikel im Täglichen Anzeiger von Frau Reuther weist auf die Vortragsreihe im Raabemuseum hin.
Kulturort oder Abstellkammer? Museumsvorträge Prof. Biegel
Ausriss aus dem TAH 17.Juni. 2019
-.-

Donnerstag, 6. Juni 2019

Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn.



„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn“.
Jorge Luis Borge.

Wem sich die Welt der Buchstaben und Zeichen nicht erschließt, der bleibt gerade in der heutigen Welt der Formulare, Kurznachrichten, Zeitungen, Fahrpläne, Bedienungsanleitungen und Straßenschilder weitgehend orientierungslos. Lesen dient der Unterhaltung und Wissensaneignung, der Flucht aus dem Alltag und der Information, dem Trost und der religiösen Andacht, der Welterklärung und Geselligkeit. Ob still versunken, kritisch arbeitend, laut memorierend, heimlich unter der Bettdecke oder vorlesend – jede Lektüre hat ihren Ort in der Gesellschaft.

Der Druck mit beweglichen Lettern hat unsere Kultur mehr verändert, als die Erfindung von Rad und Schießpulver.“
Georg Christoph Lichtenberg.
Aus „Zeichen, Bücher, Netze“
Dauerausstellung mit authentischen historischen Objekten in

Leipzig, Wallstein Verlag. Göttingen, 2016.

Das das Lesen eine grundlegende Kulturtechnik ist, zeigt Ihnen dieses schöne Beispiel:


Bild von Hans-Werner34 1. Okt. 2008, 
https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=3881487

Der geübte Leser versteht den ganzen Satz, obwohl kein einziges Wort richtig geschrieben ist.
Ende.

Montag, 3. Juni 2019

Geschichtsvorträge 2019


Liebe Raabe-, Literatur- und Geschichtsfreunde,
mit unseren Eschershäuser Geschichtsvorträgen im Museum Raabehaus wollen wir zur Vermittlung von Wilhelm Raabe ebenso weiter beitragen, wie über unsere eigenen kulturhistorischen Forschungen. Wichtiges Anliegen bleibt es für uns, an die Eschershäuser Kultur – und Heimatfreunde weitere Anregungen zu geben, um Wilhelm Raabe, seine Zeit und seine Wirkungsgeschichte vertiefend kennenzulernen, hat seine Person mit ihrem Werk doch weit über regionale Grenzen hinaus Bedeutung und ist das Raabemuseum in Eschershausen letztlich ein nationaler Kulturort, auf den es wieder einmal verstärkt aufmerksam zu machen gilt (auch in der eigentlichen Raabe-Heimat!!).
Dazu hoffen wir auf Ihr Interesse und weiterhin eine rege Teilnahme an den Vorträgen der Internationalen Raabe-Gesellschaft e. V. und des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung TU Braunschweig im Raabemuseum Eschershausen, zu denen wir Sie alle herzlich einladen.
Ihr
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel
Gründungsdirektor
Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung, TU Braunschweig und
Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.


Freitag, 28. Juni 2019, 19.00 Uhr Vortrag
Nationaler Kulturort oder Abstellkammer der Lokalgeschichte?
Reflexionen des Raabepräsidenten zur Bedeutung des Raabemuseums Eschershausen.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel
Von Schritt zu Schritt wurde das Vergangene lebendig.
Der Weserdistrikt als Wilhelm Raabes dominante »Erinnerungslandschaft« – ein Ausflug in eine vergessene »Geschichtslandschaft« im Spiegel deutscher Literatur.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein

Freitag, 12. Juli 2018, 19.00 Uhr Vortrag
Und so geht’s wieder hinaus in die immerhin beste Welt!
Raabe und Jensen: ein Dialog in Briefen.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein

Freitag, 16. August 2019, 19.00 Uhr Vortrag
Der verfluchte Jude.
Raabes jüdische Welt – zusammenhangslose Ressentiments und reflektierende Rezeption.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel


Sonntag, 8. September 2019, 16.00 Uhr (!!) Vortrag und Empfang
Hätte Raabe mehr Kritik, so wäre er absolut Nummer eins.
Raabe und Fontane – zwei historische Literaten und eine Geburtstagsbetrachtung.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein


 Ende.

Sonntag, 19. Mai 2019

Das Odfeld - fantasievoll illustriert.

Wieder einmal hat Künstler Karl Cohnen seine fantasievollen Zeichnungen in den Dienst der Raabeschen Werke gestellt. Seine herber Zeichenstil passt zu den wenig lieblichen Tathergängen im Odfeld sehr genau.
Neue Buchauflage vom "Das Odfeld" mit gezeichneten Bildern.
Ausriss aus dem TAH. 18. Mai 2019.

Ende.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Insektensterben 2019 und Raabe 1890


Raabe hatte stets den Menschen im Blickzentrum

- erkennen Sie heutiges Verhalten wieder?


... Die Welt glänzte, und daß ein frisch wohlig Wehen darüber hinfuhr, machte den Morgen auch nicht verdrießlicher; — drunten im jungfräulichen Kaffernlande bei den Betschuanen und Buren konnte nach einem Nachtgewitter die Landschaft nicht jugendlicher aussehen als wie hier im alten, durch das Bedürfnis ungezählter Jahrtausende abgebrauchten, ausgenutzten Europa.
Und alles noch ganz so wie zu deiner Zeit, Eduard!" seufzte ich mit wehmütiger Befriedigung. — Dem war aber doch nicht vollständig so.
Da war zum Beispiel bei näherer Betrachtung früher rechts vom Wege, der nach der Roten Schanze führt, ein ungefähr vier bis fünf Ar großer Teich oder eigentlich Sumpf; — der war nicht mehr da.
Früher aller geheimnisvoll wimmelnden Wunder voll, hatte man ihn jetzt zu einem Stück mehr oder weniger fruchtbaren Kartoffellandes gemacht, und so nützlich das auch sein mochte, schöner war's doch früher gewesen und „erziehlicher“ auch. Der Lurkenteich hatte das volle Recht dazu, zu verlangen, daß ich mich mit Verwunderung nach ihm umsehe und nachher schmerzlich ihn vermisse. Solch ein guter Bekannter, ja vertrauter Freund, so voll von Kalmus, Schilfrohr, Kolben, Fröschen, Schnecken, Wasserkäfern, so überschwirrt von Wasserjungfern, so überflattert von Schmetterlingen, so weidenumkränzt und so — wohlriechend. Ja, wohlriechend, ja süß anheimelnd übelduftend, vorzüglich an heißen Sommertagen und wenn man uns in der nachmittäglichen Naturgeschichtsstunde gesagt hatte: „Im Lurkenteich findet man alles, was zur heutigen Lektion gehört, in seltener Vollständigkeit.“
Teichrosen - zukünftig ohne Insekten? ML
Weiß Gott, sie hätten ihn lassen können, wo er war. Sie hätten ihn lassen sollen, wie er war“, murrte ich auf meinem diesmaligen Wege zur Roten Schanze. „Auf die paar Säcke voll Feldfrüchte für ihr Vieh oder sich selber brauchte es ihnen doch nicht anzukommen!“
Es war ihnen aber doch darauf angekommen, und so war heute denn nichts mehr dagegen zu machen …
Stopfkuchen, 1890

-.-

Montag, 15. April 2019

Raabebühne mitHonig im Kopf

Das Raabe Ensemble traut sich an ein ehrgeiziges Projekt heran. 
"Honig im Kopf" ist kein leichter Stoff, der auf dem Oktober 2019 Spielplan der Eschershäuser Raabe-Bühne steht; indes ein Thema, das viele Menschen bewegt. 

Ausriss aus dem TAH. Raabe Ensemble. 13. April 2019

Der Autor Florian Battermann hat die Geschichte, die auf der Leinwand schon Millionen bewegte, für die Bühne adaptiert. Zwei Darsteller aus verschiedenen Generationen, Kurt Seitz als an Alzheimer erkrankter Amandus, und Jacqueline Allerkamp als Tilda, werden in den Hauptrollen zu sehen sein.

Ende.