Freitag, 28. Juni 2019

Jahrgangsabschluss im Wilhelm-Raabe-Schulzentrum mit Buchpreisen


Haupt- und Realschule Eschershausen entlässt 39 Pennäler


In der Raabestadt Eschershausen werden in jedem Jahre Buchpreise von Herrn Marahrens von der Raabegesellschaft für die besten Aufsätze überreicht. 
„Auch wenn Wilhelm Raabe mit 21 Jahren seine Ausbildung abgebrochen hat“, blickt Marahrens auf die fehlende Vorbildfunktion des in der Raabestadt geborenen Schriftsteller. 

Herr Marahrens und die Buchpreisempfänger
Von links: Marahrens, Görlach, Meistrell in der Schulaula.
In diesem Jahr dürfen sich Marius Meistrell (10 HS) und Lena Görlach (10 RS) über die Auszeichnung freuen.

Ausriss aus Weser-Ith-News vom 28. Juni 2019
Hier der vollständige Artikel.


Ende.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Prof. Biegel Vorträge abgesagt; Museumsleiterin Reuther krank - Museum geschlossen.

Herr Prof. Gerd Biegel hat heute (26. Juno 2019) aus gesundheitlichen Gründen bis auf Weiteres alle Vorträge in Eschershausen abgesagt. Von Seiten der Ärzte ist ihm bis zur Abklärung der Ursache eines akuten Schwächeanfalls jegliche Anstrengung untersagt worden. 
Auch wenn wir es alle sehr bedauern, Herrn Prof. Biegel nicht im Raabe Museum vortragen zu hören, so sind wir doch froh, dass „nichts Schlimmeres“ geschehen ist und er ärztlich gut versorgt wird. 


Letzte Woche wurde eine ernste Erkrankung bei Museumsleiterin Frau Ingrid Reuther vermeldet. Weitere Kenntnis ist nicht vorhanden und selbstverständlich wird dies respektiert.
Daher ist zur Zeit unser - zumindest bei den Liebhabern geschätztes - Stadt Eschershausen Literaturmuseum nicht geöffnet.


Wir wünschen beiden alles Gute und dass die Ursachen bald gefunden sind und behoben werden können!


Ende.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Auch die Holzmindener Raabegesellschaft ist aktiv - hier eine Ankündigung aus dem TAH.
Gottfried Keller - Referat in der Raabegesellschaft Holzminden
Ausriss TAH 17.Juni. 2019.
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Nationaler Kulturort oder Abstellkammer - Vorträge von Prof. Biegel

Der Artikel im Täglichen Anzeiger von Frau Reuther weist auf die Vortragsreihe im Raabemuseum hin.
Kulturort oder Abstellkammer? Museumsvorträge Prof. Biegel
Ausriss aus dem TAH 17.Juni. 2019
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Donnerstag, 6. Juni 2019

Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn.



„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn“.
Jorge Luis Borge.

Wem sich die Welt der Buchstaben und Zeichen nicht erschließt, der bleibt gerade in der heutigen Welt der Formulare, Kurznachrichten, Zeitungen, Fahrpläne, Bedienungsanleitungen und Straßenschilder weitgehend orientierungslos. Lesen dient der Unterhaltung und Wissensaneignung, der Flucht aus dem Alltag und der Information, dem Trost und der religiösen Andacht, der Welterklärung und Geselligkeit. Ob still versunken, kritisch arbeitend, laut memorierend, heimlich unter der Bettdecke oder vorlesend – jede Lektüre hat ihren Ort in der Gesellschaft.

Der Druck mit beweglichen Lettern hat unsere Kultur mehr verändert, als die Erfindung von Rad und Schießpulver.“
Georg Christoph Lichtenberg.
Aus „Zeichen, Bücher, Netze“
Dauerausstellung mit authentischen historischen Objekten in

Leipzig, Wallstein Verlag. Göttingen, 2016.

Das das Lesen eine grundlegende Kulturtechnik ist, zeigt Ihnen dieses schöne Beispiel:


Bild von Hans-Werner34 1. Okt. 2008, 
https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=3881487

Der geübte Leser versteht den ganzen Satz, obwohl kein einziges Wort richtig geschrieben ist.
Ende.

Montag, 3. Juni 2019

Geschichtsvorträge 2019


Liebe Raabe-, Literatur- und Geschichtsfreunde,
mit unseren Eschershäuser Geschichtsvorträgen im Museum Raabehaus wollen wir zur Vermittlung von Wilhelm Raabe ebenso weiter beitragen, wie über unsere eigenen kulturhistorischen Forschungen. Wichtiges Anliegen bleibt es für uns, an die Eschershäuser Kultur – und Heimatfreunde weitere Anregungen zu geben, um Wilhelm Raabe, seine Zeit und seine Wirkungsgeschichte vertiefend kennenzulernen, hat seine Person mit ihrem Werk doch weit über regionale Grenzen hinaus Bedeutung und ist das Raabemuseum in Eschershausen letztlich ein nationaler Kulturort, auf den es wieder einmal verstärkt aufmerksam zu machen gilt (auch in der eigentlichen Raabe-Heimat!!).
Dazu hoffen wir auf Ihr Interesse und weiterhin eine rege Teilnahme an den Vorträgen der Internationalen Raabe-Gesellschaft e. V. und des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung TU Braunschweig im Raabemuseum Eschershausen, zu denen wir Sie alle herzlich einladen.
Ihr
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel
Gründungsdirektor
Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung, TU Braunschweig und
Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.


Freitag, 28. Juni 2019, 19.00 Uhr Vortrag
Nationaler Kulturort oder Abstellkammer der Lokalgeschichte?
Reflexionen des Raabepräsidenten zur Bedeutung des Raabemuseums Eschershausen.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel
Von Schritt zu Schritt wurde das Vergangene lebendig.
Der Weserdistrikt als Wilhelm Raabes dominante »Erinnerungslandschaft« – ein Ausflug in eine vergessene »Geschichtslandschaft« im Spiegel deutscher Literatur.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein

Freitag, 12. Juli 2018, 19.00 Uhr Vortrag
Und so geht’s wieder hinaus in die immerhin beste Welt!
Raabe und Jensen: ein Dialog in Briefen.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein

Freitag, 16. August 2019, 19.00 Uhr Vortrag
Der verfluchte Jude.
Raabes jüdische Welt – zusammenhangslose Ressentiments und reflektierende Rezeption.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel


Sonntag, 8. September 2019, 16.00 Uhr (!!) Vortrag und Empfang
Hätte Raabe mehr Kritik, so wäre er absolut Nummer eins.
Raabe und Fontane – zwei historische Literaten und eine Geburtstagsbetrachtung.
Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein


 Ende.

Sonntag, 19. Mai 2019

Das Odfeld - fantasievoll illustriert.

Wieder einmal hat Künstler Karl Cohnen seine fantasievollen Zeichnungen in den Dienst der Raabeschen Werke gestellt. Seine herber Zeichenstil passt zu den wenig lieblichen Tathergängen im Odfeld sehr genau.
Neue Buchauflage vom "Das Odfeld" mit gezeichneten Bildern.
Ausriss aus dem TAH. 18. Mai 2019.

Ende.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Insektensterben 2019 und Raabe 1890


Raabe hatte stets den Menschen im Blickzentrum

- erkennen Sie heutiges Verhalten wieder?


... Die Welt glänzte, und daß ein frisch wohlig Wehen darüber hinfuhr, machte den Morgen auch nicht verdrießlicher; — drunten im jungfräulichen Kaffernlande bei den Betschuanen und Buren konnte nach einem Nachtgewitter die Landschaft nicht jugendlicher aussehen als wie hier im alten, durch das Bedürfnis ungezählter Jahrtausende abgebrauchten, ausgenutzten Europa.
Und alles noch ganz so wie zu deiner Zeit, Eduard!" seufzte ich mit wehmütiger Befriedigung. — Dem war aber doch nicht vollständig so.
Da war zum Beispiel bei näherer Betrachtung früher rechts vom Wege, der nach der Roten Schanze führt, ein ungefähr vier bis fünf Ar großer Teich oder eigentlich Sumpf; — der war nicht mehr da.
Früher aller geheimnisvoll wimmelnden Wunder voll, hatte man ihn jetzt zu einem Stück mehr oder weniger fruchtbaren Kartoffellandes gemacht, und so nützlich das auch sein mochte, schöner war's doch früher gewesen und „erziehlicher“ auch. Der Lurkenteich hatte das volle Recht dazu, zu verlangen, daß ich mich mit Verwunderung nach ihm umsehe und nachher schmerzlich ihn vermisse. Solch ein guter Bekannter, ja vertrauter Freund, so voll von Kalmus, Schilfrohr, Kolben, Fröschen, Schnecken, Wasserkäfern, so überschwirrt von Wasserjungfern, so überflattert von Schmetterlingen, so weidenumkränzt und so — wohlriechend. Ja, wohlriechend, ja süß anheimelnd übelduftend, vorzüglich an heißen Sommertagen und wenn man uns in der nachmittäglichen Naturgeschichtsstunde gesagt hatte: „Im Lurkenteich findet man alles, was zur heutigen Lektion gehört, in seltener Vollständigkeit.“
Teichrosen - zukünftig ohne Insekten? ML
Weiß Gott, sie hätten ihn lassen können, wo er war. Sie hätten ihn lassen sollen, wie er war“, murrte ich auf meinem diesmaligen Wege zur Roten Schanze. „Auf die paar Säcke voll Feldfrüchte für ihr Vieh oder sich selber brauchte es ihnen doch nicht anzukommen!“
Es war ihnen aber doch darauf angekommen, und so war heute denn nichts mehr dagegen zu machen …
Stopfkuchen, 1890

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Montag, 15. April 2019

Raabebühne mitHonig im Kopf

Das Raabe Ensemble traut sich an ein ehrgeiziges Projekt heran. 
"Honig im Kopf" ist kein leichter Stoff, der auf dem Oktober 2019 Spielplan der Eschershäuser Raabe-Bühne steht; indes ein Thema, das viele Menschen bewegt. 

Ausriss aus dem TAH. Raabe Ensemble. 13. April 2019

Der Autor Florian Battermann hat die Geschichte, die auf der Leinwand schon Millionen bewegte, für die Bühne adaptiert. Zwei Darsteller aus verschiedenen Generationen, Kurt Seitz als an Alzheimer erkrankter Amandus, und Jacqueline Allerkamp als Tilda, werden in den Hauptrollen zu sehen sein.

Ende.

Freitag, 5. April 2019

Deutsche Nationalbibliothek Buch & Schrift in Leipzig

Wie sehr Raabe in seiner Zeit wertgeschätzt wurde, zeigen mehrere Versuche, sein Konterfei in Stein dauerhaft in Erinnerung zu halten.
So befindet er sich als Steinbüste nicht nur in Eschershausen, Braunschweig, sondern auch in illustrer Runde in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.
W. Raabe, Dt. Nationalbibo. 2019, ML.
  •  Büste Wilhelm Raabe (1831 – 1910)
Stiftung von Fritz Otto Klasing, Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig. Marmorbüste von Carl Seffner, 1916.
Als Autor erlangte Wilhelm Raabe nach Veröffentlichung des Romans „Die Chronik der Sperlingsgasse“ (1856 bzw. 1857) innerhalb kurzer Zeit beachtlichen Erfolg und wurde zum Berufsschriftsteller, der ausschließlich von seinen Veröffentlichungen lebte. Er mag der Trost vieler junger Menschen sein, denn Wilhelm Raabe brach den Besuch des Gymnasiums in Wolfenbüttel ab, beendete seine Buchhändlerlehre in Magdeburg vorzeitig und war an der Berliner Universität nur Gasthörer. Dafür verstand er viel vom Leben seiner Zeitgenossen und wurde zum wichtigen Vertreter des poetischen Realismus, der auch für ökologische Fragen sensibel war. „Pfisters Mühle“ 1884.

„Mit dem Hunger nach der Unendlichkeit wird der Mensch geboren; er spürt ihn früh, aber wenn er in die Jahre des Verstandes kommt, erstickt er ihn meistens leicht und schnell.“

Mit ihm präsentieren sich:
Dt. Nationalbibliothek, Halle der Geistesgrößen, 2019, ML.
  • vorne rechts: Friedrich Theodor Vischer (1807 - 1887).
Theologe, Literaturwissenschaftler, Philosoph, Schriftsteller und Politiker. Büste von Erich Enke, 1916.
"Von Tagesanbruch bis in die späte Nacht, solang irgendein Mensch um den Weg ist, denkt das Objekt auf Unarten, auf Tücke. [...] So lauert alles Objekt, Bleistift, Feder, Tintenfass, Papier, Zigarre, Glas Lampe - alles, alles auf den Augenblick, wo man nicht acht gibt." 1879.

  • Eckplatz neben Raabe: Justus von Liebig (1803 - 1873).
Sohn eines Drogisten und Farbenhändlers, Professor für Chemie, Erfinder des Brühwürfels (Liebigs Fleischextrakt). Büste von Gottlieb Elster, 1916.
"Indem er [der gebildete Mensch] Besitz von den ihm angebotenen geistigen Gütern nimmt, erwächst ihm der Vortheil, sie nach seinem Willen und Vermögen zu seinem Nutzen zu verwenden, zur Vermehrung dieser Reichthümer beizutragen, ihre Segnungen zu verbreiten und fruchtbringend für Andere zu machen." 1844.

  • zweiter von links: Friedrich Koenig (1774 -1833).
Buchdrucker, Erfinder der Schnellpresse, Mitbegründer von Koening & Bauer, des ältesten Druckmaschinenherstellers der Welt. Büste von Aloys Mayer, 1916.
"Das Publikum wird ohne Zweifel anerkennen, daß vielleicht noch niemals eine neue Erfindung einer so strengen Probe unterzogen wurde bei ihrer Einführung in die Öffentlichkeit, als die der Druckmaschine, die sofort zur Herstellung einer täglichen Zeitung zu dienen hatte." 1814.

  • erste Büste von links: ?
Wer es wissen will, besuche bitte das Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, 04103 Leipzig, Deutscher Platz 1. www.dnb.de
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Samstag, 16. März 2019

Raabe-Bühne – vier Jahre deutsch-afghanische Freundschaft


Der Heimat- und Kulturverein sowie die Raabe-Bühne Eschershausen begleiten nun seit vier Jahren junge afghanische Männer. 
Im November 2015 kamen die Flüchtlinge von Kabul nach Eschershausen, ohne Familie, Freunde und Deutschkenntnisse. Trotzdem hatten sie sich schnell eingelebt, haben die von ehrenamtlichen Helfern angebotenen Deutschstunden besucht. Eine gute Grundlage denn so knüpften sie schnell Kontakt zur Laienspielgruppe und zum Heimatverein. Aus Fremden wurden Freunde.
Die Laienspieler sind überzeugt, dass neben notwendigen praktischen Alltagshilfen die menschliche Zuwendung und Freundschaft das Wertvollste sind, das man unabhängig von Herkunft und Kultur schenken kann.
Ingrid Reuther, Kurt Seitz
Selfie im Klubzimmer des Museum Raabe-Haus,
Eschershausen, März 2019. Ausriss aus dem TAH.

Ende.

Donnerstag, 14. März 2019

Umweltsünden 2019 und Raabe 1884

Raabe hatte stets den Menschen im Blickzentrum

- ebenso dessen Missverhältnis zur Genesis.

1. Mose 2: "...und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte."

Nur als Beispiel für eine Mühlenatmosphäre, die "Dempewolfsche" Mühle in Scharfoldendorf. 2019, ML.
Damit begann nämlich in jeglichem neuen Herbst seit einigen Jahren das Phänomen, daß die Fische in unserm Mühlwasser ihr Mißbehagen an der Veränderung ihrer Lebensbedingungen kundzugeben anfingen. Da sie aber nichts sagten, sondern nur einzeln oder in Haufen, die silberschuppigen Bäuche aufwärts gekehrt, auf der Oberfläche des Flüßchens stumm sich herabtreiben ließen, so waren die Menschen auch in dieser Beziehung auf ihre eigenen Bemerkungen angewiesen. ... Erfreulich war's nicht  anzusehen. Aus dem lebendigen, klaren Fluß, der wie der Inbegriff alles Frischen und Reinlichen durch meine Kinder- und ersten Jugendjahre rauschte und murmelte, war ein träge schleichendes, schleimiges, weißbläuliches Etwas geworden, das wahrhaftig niemand mehr als Bild des Lebens und des Reinen dienen konnte. Schleimige Fäden hingen um die von der Flut erreichbaren Stämme des Ufergebüsches und an den zu dem Wasserspiegel herabreichenden Zweigen der Weiden. Das Schilf war vor allem übel anzusehen, und selbst die Enten, die doch in dieser Beziehung vieles vertragen können, schienen um diese Jahreszeit immer meines Vaters Gefühle in betreff ihres beiderseitigen Hauptlebenselementes zu teilen. Sie standen angeekelt um ihn herum, blickten melancholisch von ihm auf das Mühlwasser und schienen leise gackelnd wie er zu seufzen: „Und es wird von Woche zu Woche schlimmer, und von Jahr zu Jahr natürlich auch!"


Als Mehlmühle einst gegründet von den
Homburgern 1129 - 1409. Foto 2019, ML.
Da rauschte milchigtrübe, schleimige Fäden absetzend, übelduftend der kleine Fluß unbeschäftigt weiter in den ersten Christtag. 
Christtäglich, weihnachtsfestlich war mir nicht zu Sinne, und in Spannung und fast in Angst sah ich auf meinen chemisch und mikroskopisch gelehrten Freund und Exmentor, der eben die schleimschlüpfrige Masse, die er aus dem Getriebe entnommen hatte, von der Hand abspülte. ...

„Wie ich es mir gedacht habe, was das interessante Geschlecht der Algen anbetrifft, meistens kieselschalige Diatomeen. Gattungen Melosira, Encyonema, Navicula und Pleurosigma. Hier auch eine Zygnemacee. Nicht wahr, Meister, die Namen allein genügen schon, um ein Mühlrad anzuhalten?"
„Das weiß der liebe Gott", ächzte mein Vater.
„Jawohl, groß ist sein Tiergarten", meinte ruhig Adam Asche. „Was die Pilze anbetrifft, so kann ich leider nicht umhin, Ihnen mitzuteilen, daß sie den Geruch, über den Sie sich beklagen, Vater Pfister, durch ihre Angehörigkeit zu den Saprophyten, auf deutsch: Fäulnisbewohnern, vollkommen rechtfertigen. Was wollen Sie denn eigentlich, alter Schoppenwirt? Ein ewig Kommen und ein ewig Gehen! Haben die Familien Schulze, Meier und so weiter den Verkehr in Pfisters Mühle eingestellt, so haben Sie dafür die Familien der Schizomyceten und Saprolegniaceen in fröhlichster Menge, sämtlich mit der löblichen Fähigkeit, statt Kaffee in Pfisters Mühle zu kochen, aus den in Pfisters Mühlwasser vorhandenen schwefelsauren Salzen in kürzester Frist den angenehmsten Schwefelwasserstoff zu brauen. Lauter alte gute Bekannte - Septothrix, Ascococcus Billrothii, Cladothrix Cohn und hier - "
Er richtete sich auf von seinem Instrument und seinen Vergrößerungsobjekten. Er fuhr mit beiden Händen durch die Haare. Er blickte von dem Vater auf den Sohn, legte lächelnd dem Vater Pfister die Hand auf die Schulter und sprach, was ihn selber anbetraf, vollkommen befriedigt und seiner Sache gewiß: „Beggiatoa alba!"
Von einem von uns ganz speziell für Sie erst neulich zu Ihrer Beruhigung in den Ausflüssen der Zuckerfabriken entdeckt, alter Freund. Was wollen Sie? Pilze wollen auch leben, und das Lebende hat Recht oder nimmt es sich. Dieses Geschöpfe ist nun mal mit seiner Existenz auf organische Substanzen in möglichst faulenden Flüssigkeiten angewiesen, und was hat es sich um Pfisters Mühle und Kruggerechtsame zu kümmern? 
...
Das Mühlrad linke Seite ist bereits seit langem verschwunden,
das Wehr wird von der Natur nach und nach zernagt. Foto 2019, ML.
Krickerode war rechtskräftig verurteilt worden. 
Das Erkenntnis untersagt der großen Provinzfabrik bei hundert Mark Strafe für jeden Kalendertag, das Mühlwasser von Pfisters Mühle durch ihre Abwässer zu verunreinigen und dadurch einen das Maß des Erträglichen übersteigenden übeln Geruch in der Turbinenstube und den sonstigen Hausräumen zu erzeugen, sowie das Mühlenwerk mit einer den Betrieb hindernden, schleimigen, schlingpflanzenartigen Masse in gewissen Monaten des Jahres zu überziehen. 
Das ist sehr gut für andere Flußanwohner, ob sie eine Mühle haben oder nicht; aber Vater Pfister macht wenig Gebrauch mehr von dem durch Doktor Riechei für ihn erfochtenen Sieg. Das hätte früher kommen müssen - an jenem Tage schon, an welchem er sich zum erstenmal fragte, wo eigentlich sein klarer Bach - der lustige, rauschende, fröhliche Nahrungsquell seiner Väter seit Jahrhunderten - geblieben sei und wer ihm so die Fische töte und die Gäste verjage. Zu lange hat zuerst der alte Mann das widerwärtige Rätsel selber sich lösen wollen. Zu sehr hat er sich ärgern müssen innerhalb und außerhalb seines sonst so lustigen Besitzes auf dieser Erde. Der Ärger über seine Nachbarschaft, seine Knappschaft und seine Gäste hat ihm das Herz abgefressen...
Pfisters Mühle, 1884
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Freitag, 8. März 2019

Otto E. aus E.

Neben Wilhelm Raabe stammt ein weiterer Schriftsteller aus Eschershausen.
Er fand ein kurze Würdigung in der Sonderbeilage des Täglichen Anzeigers Holzminden.

Ausriss aus dem TAH, 2019-Februar-28
Ende.

Dienstag, 26. Februar 2019

Radwanderer machen Stop im Museum

Ausriss aus dem TAH, 26. Februar 2019

Donnerstag, 21. Februar 2019

Städtischer Edelrost

Ein großes Angedenken

Wer sich einmal die kleine Mühe macht und das große Raabedenkmal am Schulzentrum besucht, erhält zum einen den hübschen Ausblick in die Brauhauskreuzung, und zum anderen einen Blick auf das überlebensgroße Kunstdenkmal (K. Sagebiel) und dessen grünliches Äußeres. 

Dieser Firnis (Schutzschicht) macht, bei genauer Betrachtung, einen recht fleckenhaften und schadhaften Eindruck. Es gibt zwar Restaurateure, die solche Patina pflegen können (z. B. Vera Fendel, Hannover, Haber&Brandner, Berlin), allgemein wird aber gesagt, dass solche Eisenflecken beim Guß durch die verwendeten eisernen Kernhalter entstehen können, die zwar normalerweise entfernt und mit Bronzeflicken überdeckt werden, aber Reste mögen erhalten bleiben und später als Rost zu sehen sein. Wichtig zu wissen ist, dass diese Patina auf einer Bronze automatisch entsteht und sich permanent verändert. Immerhin steht dieses Standbild seit 1931 ohne weiteren Oberflächenschutz an Ort und Stelle und wandelt sich dauernd, was man von unten aufblickend nicht wahrnehmen kann. 
Wie auch sonst bei Raabe, lohnt sich ein genauerer Blick in den Gegenstand.
 
Details des Raabedenkmals am Schulzentrum Eschershausen. 2018, ML
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Freitag, 8. Februar 2019

Raabeplakette 2019

Die Wilhelm-Raabeplakette der Stadt Eschershausen

Die Raabeplakette der Stadt
Eschershausen, 2019, ML.
als Ehrengabe angesiedelt zwischen der städtischen Ehrung und Ehrenbürgerwürde, ist in diesem Jahr zum sechsten Mal seit 2002 verliehen worden. Im Rahmen des Neujahrsempfanges der Stadt wurde Klaus-Günther Maischack damit ausgezeichnet. Vor vollem Haus würdigte Samtgemeindedirektor Wolfgang Anders und Bürgermeister Hermann Grupe damit das jahrzehntelange Wirken Maischacks für das Freibad Eschershausen. Unter seiner Leitung und unermüdlichen verantwortungsvollen Einsatz konnte der Freibadverein https://www.verein-freibad-eschershausen.de/ den Bürgern stets das Beste der Freibäder im Landkreis Holzminden zur Benutzung anbieten. Das geladene Publikum dankte stehend mit donnerndem Applaus dem Ehepaar Maischack.
Klaus-Günther Maischack, 2019, ML.
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Samstag, 2. Februar 2019

Raabe-Museum kramt in der Vergangenheit

Museumsleiterin Ingrid Reuther lädt zu einer neuen Ausstellung

Dem Raabe-Museum wurden vor einiger Zeit von privater Seite Akten mit dem Schriftverkehr aus den Jahren 1914/1942 der Geschäftsstelle des Braunschweigischen Amtsgerichts Eschershausen übergeben. Es handelt sich hier unter anderem um die Bestellung oder Beendigung einer Vormundschaft, überwiegend von Bürgern aus Scharfoldendorf. 

Konfirmationsurkunde 1912

Zu den ältesten Dokumenten gehören eine Konfirmationsurkunde aus dem Jahr 1913 von Heinrich Junge aus Eschershausen und das Dokument einer Vormundschaft von Rudolf Schläger, geboren am 1. August 1898 in Scharfoldendorf. Die Ausstellung präsentiert außerdem handschriftliche Briefe, Zeugnisse, Fotos und Urkunden von Bürgern aus Dielmissen, Scharfoldendorf und Eschershausen. 
Die Ausstellung beginnt am 10. Februar und kann zu den regulären Öffnungszeiten oder sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden.
Ende.

Dienstag, 29. Januar 2019

Treffen der Raabegesellschaft

Die Raabegesellschaft Eschershausen hat ihre nächste Zusammenkunft am 


1. Februar 2019 
um 16 Uhr 

geplant. 
Wie zumeist, ist der 1. Freitag des Monats vereinbart worden, sich im Museum Raabe-Haus, Raabestraße Nr. 5, zu treffen und über Vereinsangelegenheiten, Neuerungen zu Raabe und anderer Literatur und der Samtgemeinde zu reden.
Gäste sind gerne willkommen - falls die Tür bereits verschlossen wurde, bitte am Türklopfer nachhaltig Lärm machen, damit dies im hinteren Klubzimmer gehört werden kann.
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Mittwoch, 9. Januar 2019

Hans Huckebein


Während eines Besuchs beim Literaturhistoriker Heinrich Spiero, der später Wilhelm Raabes aktivster Biograph wird, erfährt der Schriftsteller, daß Wilhelm Busch gestorben ist.
Wilhelm Busch *15. April 1832, 9. Januar 1908.
Raabe hat den Niedersachsen nicht sehr geschätzt. Er nannte dessen Erfolge einmal ein ethisches Armutszeugnis unseres Volkes, da sie alle auf der Schadenfreude beruhen.
Aus: Kurt Hoffmeister
„Mit Dinte, Feder und Papier“
Seite 162, Braunschweig 1999.

Gleichwohl ob dieser moralinsaueren Einschätzung trifft es sich, dass Wilhelm Busch dem Rabenvogel ein wunderbar gedichtetes und zeichnerisches Denkmal setzte und Raabes Pseudonym "Jakob Corvinus" (der kleine Rabe) damit als Verbindung dienen darf:


Hans Huckebein – der Unglücksrabe

So sehr sein Ende mich bewegt,
Ich durft‘ es anders nicht vermelden, –
Er stirbt – denn tragisch angelegt
War der Charakter dieses Helden.
Gar manches ist vorherbestimmt;
Das Schicksal führt ihn in Bedrängnis;

Doch wie er sich dabei benimmt,
Ist seine Schuld und nicht Verhängnis.
Drum bleibt‘s dabei! - Denn die Moral
ist hier kein leeres Wortgeklingel –
Und lebte er auch noch einmal,
Er bliebe doch der alte Schlingel!

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